Hi meine Lieben ...
Der harte Neu-England-Winter hat eure liebe Lena diese Woche ganz schön auf die Probe gestellt. Die kanadische Kältewelle hatte auch Massachusetts erreicht und bescherte uns bis zu -20°C - und das tagsüber ... Wie kalt es nachts wurde, möchte man lieber nicht erfahren - die Autos musste man zumindest morgens nicht nur von außen, sondern auch Innen von dicken Eisschichten befreien.
Demnach verlief die Woche recht ereignislos, denn dank der eisigen Temperaturen war man größtenteils im Haus gefangen. Der Weg von der Haustür zum Auto entwickelte sich zur (Aus-)Rutschpartie und weiße Atemwolken reihten sich ein ins seeeehr weiße Bild von Schnee Schnee Schnee ...
Am Freitag Morgen in aller Frühe ist meine Gastmutter dann nach Kalifornien geflogen, um für eine Woche mal verdienter Weise Körper und Seele etwas Gutes zu tuen! Für mich hieß das natürlich: Früh aufstehen und auf ins Arbeitsvergnügen. Der Tag mit den kids war dann aber doch ein sehr schöner. Das Highlight war sicherlich Sonyas Ballettstunde: Meine Süße - unheimlich stolz und strahlend in schwarzem leotard, rosa Röckchen und echten Ballettschühchen. Den ganzen Tag wurde auch von nichts anderem geredet und gesungen und später am Abend haben wir eine ganz spezielle Tanzvorführung zu "Swanlake"-Musik bekommen.
Für den Samstag (Mamas Geburtstags *Kuss*) war dann mal wieder ein schöner Tagesausflug geplant und so war ich auch schon verhältnismäßig früh auf den Beinen. Bis ich los kam, sollte es dann jedoch eher spät werden ^^. Natürlich stand das Auto, das ich nehmen sollte ganz vorne in der driveway - heißt: Alle Autos rausfahren und zwei wieder einparken. So zumindest die Theorie. Die Praxis sah so aus: Mit dem ersten Auto bin ich die Auffahrt mehr runtergeschliddert als gefahren, mit dem zweiten Auto bin ich stecken geblieben! Mit den Vorderrädern auf Eis mit den Hinterrädern im Schnee und WRUMMM WRUMMM nichts tat sich! Etwas kleinlaut musste ich also meinen hostdad um Hilfe bitten und zusammen haben wir mit vereinten Kräften versucht das Auto zu bewegen. Eher erfolglos. Schieben schieben, schaufeln, ruckeln ... Es dauerte und dauerte. Irgendwann war ich jedoch frei und saß im Auto und als wenn ich nicht scho spät genug dran gewesen wäre, war dann auch noch der Tank leer! Ein eher mäßiger Start in den Tag, aber so konnte es nur noch besser werden und so war es dann auch. Zusammen mit Luisa, Miri und Starbuckskaffee ging es ab auf den Highway Richtung Hartford/ Connecticut. Nach zwei Stunden lustiger und unterhaltsamer Fahrt haben wir erst den AUsblick auf die Skyline mit der goldenen Kuppel des Old State House's genossen und sind dann zum Mark Twain House gefahren. Dies sah im Schnee total idyllisch und einladend aus. Wir haben dann auch eine Führung gemacht und sind anschließend etwas durch das Museum gebummelt. Nach einer kleinen Lunchtime im Auto ging es dann weiter zum Kunstmuseum und das war dann wirklich der krönende Abschluss. Eine total große und wunderschöne Gallerie mit Meisterwerken aus allen Epochen! Als wir aus dem Museum herauskamen war es schon fast dunkel und somit Zeit für den Heimweg. Die Fahrt verging recht schnell und ebenso schnell sank die Spritnadel ... Ohohoh ... Verfahren war da definitiv nicht mehr drinn ^^. Aber glücklicherweise haben wir es bis nach Cambridge und zu einer Tankstelle geschafft und haben erfolgreich unseren Vierrädrigen Freund gefüttert. Da unsere Mägen sich inzwischen auch meldeten war unser nächstes Ziel das "Christopher's", ein Restaurant in Cambridge. Dort haben wir alle Nudeln mit Lachs gegessen und schwebten im siebten diner-Himmel :-) Mhhhhh war das gut! Anschließend ging es noch für eine Weile zu Miri nach Hause und dann war der wunderschöne Samstag auch schon zu Ende ...
Heute Morgen wurde ich dann leider für meinen Geschmack viiiiiel zu früh geweckt. Sonya war wie so oft schon vor 7h auf den Beinen und marschierte über den Flur. "Daddyyyy - is this youuuur door" Lach lach, klopf klopf ... Das wars dann mit schlafen. Kaum hatte ich die Tür geöffnet hieß es "Lena, Lena - es schneit, es schneit! Komm! Guck mal!" So saßen wir eine Weile zu dritt vorm Fenster und haben dem Schneetreiben zugeschaut, dass gegen Mitternacht begonnen hatte. Als nach einer Weile mein hostdad herunter kam, konnte ich unter die Dusche verschwinden, um zumindest annährend wach zu werden ^^. Noch dachte ich ja, ich würde in gut einer Stunde auf dem Weg zum Clustermeeting nach Newton sein ... Gerade als ich jedoch in mein Käsebrot beißen wollte, klingelte das Telefon und das Meeting wurde gecancelt ... Na toll, das wars mit der Sonntagsplanung ... Und draußen schneite und schneite und schneite es ... Die Schneeberge häuften sich und ich habe erstmal mit Mama und Papa telefoniert und den Vormittag mit Faulenzen verbracht. Schließlich war mein gastvater so lieb und hat sich dran gemacht die Auffahrt freizuschaufeln. Nach über einer Stunde hatte er die Autos auch so einigermaßen freigelegt und kam wie ein Schneemann zurück ins Haus ;-) Im Schneckentempe bin ich dann über die Straßen gezuckelt, um nach Arlington zum Starbucks zu gelangen. Der Ausblick war traumhaft und alles sah so froedlich aus, aber auf meiner Stirn standen die Schweißperlen und ich war mehr als froh, als ich schließlich da war. So viel Schnee habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen ... WOW ... Nach einem Kaffee und etwas Plauderei ging es jedoch auch wieder nach Hause, denn der Schnee macht einfach allem einen Strich durch die Rechnung ... Zuhause habe ich, lieb wie ich bin, dem "Daddy allein Zuhaus" unter die Arme gegriffen und zusammen haben wir einen recht anstrengenden Nachmittag und Abend gemeistert. Um nochmal etwas auf andere Gedanken zu kommen, habe ich schließlich nochmal die Fahrt zu Miri gewagt und so gab es "Desperate Housewives", deutsche Schokolade und Zimtsterne als Ausklang des Sonntags.
Ich denke ganz fest an euch und schicke euch Umarmungen und Küsschen aus der Ferne!
Eure Lena!
Sonntag, 18. Januar 2009
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